Glasdachkonstruktion – typische Verglasung in modernen Wintergärten

Warum die Verglasung entscheidend ist

Die Verglasung macht bei einem Wintergarten den größten Teil der Hüllfläche aus – und damit den größten Einfluss auf Wärmeverlust im Winter und Überhitzung im Sommer. Die Wahl des richtigen Glases hängt von der geplanten Nutzung, dem Standort und dem Budget ab.

Maßgebliche Kenngröße ist der Ug-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient der Verglasung in W/m²K) – je niedriger, desto besser die Dämmwirkung. Ergänzt wird dieser durch den g-Wert (gesamter Energiedurchlassgrad), der angibt, wie viel Sonnenenergie durch das Glas in den Raum gelangt.

Einfachverglasung

Einfachverglasung (Ug ≈ 5,8 W/m²K) ist heute für Wintergärten in Deutschland nicht mehr zulässig, wenn der Raum beheizt wird. Sie findet sich noch in alten Kaltwintergärten oder Gewächshäusern, die nicht als Aufenthaltsraum genutzt werden.

Zweifachverglasung (Wärmedämmglas)

Zweifachverglasung mit Wärmedämmschicht (Low-E-Beschichtung) und Edelgas-Füllung (Argon oder Krypton) erreicht Ug-Werte zwischen 1,0 und 1,4 W/m²K. Sie ist in Deutschland der Standardtyp für beheizte Wintergärten. Die Scheibenzwischenräume betragen typischerweise 14–16 mm.

Glashaus mit moderner Verglasung

Dreifachverglasung

Dreifachverglasung erreicht Ug-Werte unter 0,7 W/m²K und entspricht damit Passivhausstandard. Der Nachteil: Das höhere Gewicht (bis zu 50 kg/m²) erfordert eine stabilere Tragkonstruktion. Zudem reduziert die dritte Glasschicht den g-Wert, was im Winter die passive Solarwärmenutzung mindert.

Dreifachverglasung ist empfehlenswert, wenn der Wintergarten ganzjährig beheizt werden soll und hohe Dämmstandards gewünscht sind. Bei unbeheizten oder nur gelegentlich genutzten Räumen ist Zweifachverglasung in der Regel ausreichend.

Sonderverglasung: VSG und ESG

Verbundsicherheitsglas (VSG): Zwei oder mehr Glasscheiben, verbunden durch eine Folie (PVB). Bei Bruch splittert VSG nicht, sondern hält zusammen – Pflicht bei Dachverglasungen nach DIN 18008-2.

Einscheibensicherheitsglas (ESG): Thermisch vorgespanntes Glas, das bei Bruch in kleine stumpfe Stücke zerfällt. Wird für Seitenverglasungen und Türen eingesetzt.

Rahmenmaterialien

Für Wintergartenprofile stehen drei Hauptmaterialien zur Verfügung:

  • Aluminium: Leicht, wartungsarm, in vielen Farben pulverbeschichtet. Thermisch getrennte Profile (Uf ≈ 1,3–2,0 W/m²K) sind für beheizte Wintergärten erforderlich.
  • Holz/Aluminium-Kombination: Holz innen für Optik und Wärme, Aluminium außen für Witterungsschutz. Uf ≈ 1,0–1,4 W/m²K.
  • Kunststoff (PVC): Günstig, gute Dämmwirkung, aber begrenzte Statik für große Glasflächen. Uf ≈ 1,2–1,6 W/m²K.

Informationen zu Verglasungsanforderungen für Wintergärten in Deutschland bietet der Bundesverband Wintergarten e.V. (bundesverband-wintergarten.de).